Nachhaltigkeit
- > Welche Maßnahmen hat TUI Cruises getroffen, um die Emissionen (Schwefeloxide, Feinstaub, CO2, etc.) zu reduzieren?
- > Welchen Schwefelanteil hat der Treibstoff, den die Mein Schiff Flotte verwendet (in Küsten- und Hafengebieten sowie auf hoher See)?
- > Warum ist die Mein Schiff Flotte nicht mit Rußfiltern ausgestattet?
- > Wie hoch ist der Ausstoß der Mein Schiff 1 oder Mein Schiff 2 an CO2, Schwefeloxiden, Stickoxiden und Ruß (pro Personen-km)?
- > Verfügt die Mein Schiff Flotte über einen Anschluss für Landstrom oder für Flüssiggasversorgung in den Häfen?
- > Wie beurteilt TUI Cruises die Forderung, dass Reedereien nur noch höherwertigen Treibstoff mit einem geringeren Schwefelanteil (0,5 Prozent auf hoher See bzw. 0,1 Prozent in Küsten- und Hafengebieten) verwenden sollen?
- > Welche konkreten Maßnahmen hat TUI Cruises getroffen, um die Ableitung von Schmutzwasser zu reduzieren und um den an Bord entstehenden Müll zu entsorgen?
- > Welche Umweltschutzmaßnahmen berücksichtigen Sie bei dem Ausbau der Mein Schiff Flotte?
- > Warum gibt es an Bord der Mein Schiff Flotte keine Plastikwasserflaschen mehr auf den Kabinen?
- > Wird an Bord recycelt?
Welche Maßnahmen hat TUI Cruises getroffen, um die Emissionen (Schwefeloxide, Feinstaub, CO2, etc.) zu reduzieren?
Durch den Einsatz moderner Technologien und die Verwendung schadstoffarmer Werkstoffe (z. B. einen TBT-freien Unterwasseranstrich) werden Umweltbelastungen minimiert. Des Weiteren wird der Widerstand während der Fahrt durch den speziellen Silikonanstrich sowie einen angebauten Hohlkörper am Heck des Schiffes (sog. Ducktail) reduziert. Dadurch wird der Treibstoffverbrauch und analog dazu die Emissionen der Mein Schiff Flotte reduziert. Auch wurde das Antriebssystem durch ein Power Management System ergänzt, welches während der Fahrten den Energieverbrauch weiter optimiert.
Außerdem werden die meisten Lampen an Bord auf LED-Lampen umgestellt, so dass auch in diesem Bereich Energie gespart wird.
Welchen Schwefelanteil hat der Treibstoff, den die Mein Schiff Flotte verwendet (in Küsten- und Hafengebieten sowie auf hoher See)?
In allen Häfen der Europäischen Union (EU) wird während der Liegezeit an der Pier oder vor Anker liegend in Hafengebieten Marine Diesel Öl (MDO), ein mittelschweres Gasöl, genutzt (mit max. 0,1 Prozent Schwefel). In den Sonderemissionsgebieten, das sind zurzeit die Nord- und Ostsee, setzen wir ein Treibstoff mit max. 1,0 Prozent ein. Auf hoher See ist gesetzlich seit 1. Januar 2012 ein maximaler Schwefelgehalt von 3,5 Prozent vorgeschrieben, den wir selbstverständlich immer einhalten. Wir weisen unsere Treibstofflieferanten dazu an, uns die jeweils beste verfügbare Qualität zu liefern. Das führte zum Beispiel dazu, dass der Jahresdurchschnitt des Schwefelgehalts 2011 bei ca. 2,05 Prozent lag.
Warum ist die Mein Schiff Flotte nicht mit Rußfiltern ausgestattet?
Die Rußfiltertechnik ist leider zurzeit für Schiffe von der Größe eines Kreuzfahrtschiffs nicht vorhanden. Gerade bei der Nachrüstung ergeben sich bisher Beschränkungen, die technisch noch nicht gelöst werden konnten. Ein marktreifes bzw. serienreifes Produkt ist daher momentan nicht in Sicht. Wir arbeiten aber eng mit der Industrie und den Herstellern zusammen, um diese Herausforderungen baldmöglichst zu überwinden.
Für unseren Neubau, der im Mai 2014 ausgeliefert wird, arbeiten wir zusammen mit unserem Newbuild-Department in Miami mit Hochdruck an entsprechenden Abgasnachbehandlungssystemen. Ob das Rußfiltersysteme sein werden oder andere Abgasnachbehandlungssysteme, können wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen.
Wie hoch ist der Ausstoß der Mein Schiff 1 oder Mein Schiff 2 an CO2, Schwefeloxiden, Stickoxiden und Ruß (pro Personen-km)?
Ein pauschaler Wert macht hier aus unserer Sicht keinen Sinn. Diese Werte variieren je nach Route, Auslastung, Geschwindigkeit, Wetterbedingungen, etc. Im Branchenvergleich sind die passagierbezogenen Emissionen der Mein Schiff Flotte pro Seemeile im mittleren Durchschnitt.
Verfügt die Mein Schiff Flotte über einen Anschluss für Landstrom oder für Flüssiggasversorgung in den Häfen?
Seit Anfang 2010 arbeitet TUI Cruises eng mit der Technischen Universität Harburg im Bereich Landstromversorgung zusammen. Die Voraussetzungen für einen Anschluss für Landstrom wurden von TUI Cruises bereits durch die Zusammenarbeit mit der Technische Universität Harburg getroffen. Fakt ist aber: Bislang verfügen lediglich nur zwei Häfen in Europa (Göteborg und Antwerpen) über Anschlussmöglichkeiten für Kreuzfahrtschiffe für Landstrom. Wobei die Pier in Antwerpen aus anderen technischen Gründen von uns nicht angesteuert werden kann. Ziel ist aber mittelfristig auf landseitig bereitgestellten Strom zurückzugreifen, um die Kraftstoffemission während der Hafenliegezeiten auf Null zu fahren. TUI Cruises ist bereits aktiv mit den deutschen Häfen dazu im Gespräch.
Wie beurteilt TUI Cruises die Forderung, dass Reedereien nur noch höherwertigen Treibstoff mit einem geringeren Schwefelanteil (0,5 Prozent auf hoher See bzw. 0,1 Prozent in Küsten- und Hafengebieten) verwenden sollen?
Wir halten uns an die Richtlinien der IMO (International Maritime Organization) und verwenden in allen Häfen der Europäischen Union (EU) während der Liegezeit an der Pier oder vor Anker liegend in Hafengebieten Marine Diesel Öl (MDO), ein mittelschweres Gasöl (mit max. 0,1 Prozent Schwefel). In den Sonderemissionsgebieten (Nord- und Ostsee) ist die nächste Reduzierungsstufe für 2015 geplant, der wir selbstverständlich folgen werden. Dann wird der Schwefelanteil dort von 1,0 Prozent auf 0,1 Prozent gesenkt.
Welche konkreten Maßnahmen hat TUI Cruises getroffen, um die Ableitung von Schmutzwasser zu reduzieren und um den an Bord entstehenden Müll zu entsorgen?
Wir leiten kein unbehandeltes Schutzwasser ins Meer ab. An Bord unserer Schiffe befinden sich Kläranlagen für das anfallende Schmutzwasser, z.B. aus den Toiletten, Wasch- und Duschanlagen. Das Wasser wird aufwendig behandelt und geklärt. Es werden regelmäßig Proben von dem gereinigten Wasser genommen und durch ein Labor die Qualität des geklärten Wassers überprüft. Dies bestätigt uns, dass wir auch an Bord, die an Land geltenden Bestimmungen einhalten. Das heißt, dass die Wasserqualität des geklärten Wassers auf unseren Schiffen vergleichbar mit der an Land ist.
An Bord der Mein Schiff Flotte ist ein Mülltrennungssystem implementiert. Müllfraktion wie Papier, Glas, Aluminium, Plastik, Haus- und Sondermüll sowie Essensreste werden von einander getrennt und den jeweiligen Recycling- und umweltfachgerechten Entsorgungsprozessen zugeführt. In den Häfen geben wir den getrennten Abfall an Entsorgungsunternehmen ab. Wir erreichen bereits heute eine sehr hohe Recyclingquote, wollen diese aber zukünftig noch weiter steigern.
Welche Umweltschutzmaßnahmen berücksichtigen Sie bei dem Ausbau der Mein Schiff Flotte?
Wir arbeiten derzeit für unseren Neubau, welcher im Mai 2014 ausgeliefert wird, mit unserem Neubau-Department in Miami mit Hochdruck an entsprechenden Abgasnachbehandlungssystemen. Mit dem Neubau werden wir in Sachen Umweltfreundlichkeit neue Standards setzen. Emissionsminderung und eine bestmögliche Treibstoff-Effizienz ist das zentrale Thema unserer Umwelt- und Nachhaltigkeitsaktivitäten bei TUI Cruises.
Warum gibt es an Bord der Mein Schiff Flotte keine Plastikwasserflaschen mehr auf den Kabinen?
Abfallvermeidung gehört zu unseren Umweltschutz-Leitprinzipien. Wenn man sich die Menge an Plastikflaschen vorstellt, die jeden Tag auf fast 1.000 Kabinen pro Schiff angeboten wurden, dann wird schnell klar, warum wir diesen Schritt gegangen sind. Um die Abfallproduktion an Bord so gering wie möglich zu halten, haben wir uns seit der Indienststellung der Mein Schiff 2 dazu entschlossen, unseren Gästen auf beiden Schiffen eine schöne Glaskaraffe mit einem kleinen Päckchen energetischer Edelsteine auf die Kabine zu stellen. Das Wasser können die Gäste den Wasserspendern entnehmen, die wir auf jedem Kabinendeck haben und mit den Steinen selbst veredeln. Dieser Service wurde bislang sehr von unseren Gästen geschätzt und unterstützt.
Wird an Bord recycelt?
Selbstverständlich. Da ein Schiff einen autarker Versorgungskreislauf hat, kümmern wir uns um die Abfälle, die täglich an Bord entstehen. Dabei setzen wir uns Recyclingstandards, die den landseitigen in nichts nachstehen: Wir trennen Papier, Plastik, Glas, Aluminium, Essensabfälle sowie gefährliche Abfallstoffe (wie z.B. Batterien, Energiesparlampen und Farbreste) und führen jede Müllfraktion einem spezifischen Abfallkreislauf zu. Unsere Umweltoffiziere planen die landseitig Entsorgung unseres Abfalls im Vorfeld jeder Reise und überwachen diese. Eine kontinuierliche Erhöhung unserer Recyclingquote ist eines der Ziele, die wir in den nächsten Jahren verfolgen werden.
